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Von den Noldor

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Celebrial
Weiser


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 29.05.2007
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Von den Noldor  Antworten mit Zitat  

Erzählt wurde, wie Turgon aus Nevrast dank Ulmos Führung das versteckte Tal von Tumladen fand. Es lag (wie später bekannt wurde) östlich des oberen Sirion und war von einem Ring hoher und steiler Berge umgeben, und kein Lebewesen kam dorthin, bis auf Thorondors Adler. Tief unter den Bergen hindurch führte ein Weg, den die Wasser, die dem Sirion zuströmten, im Dunkel der Welt gebahnt hatten; und diesen Weg fand Turgon und kam so auf die grüne Ebene zwischen den Bergen, und er sah den Hügel, der dort stand wie eine Insel aus hartem, glattem Stein; das Tal nämlich war in alten Zeiten ein See gewesen. Da erkannte Turgon, daß er den Platz gefunden hatte, den er suchte, und er beschloß, eine schöne Stadt dort zu bauen, ein Andenken an Tirion auf dem Túna; dann aber kehrte er nach Nevrast zurück und lebte dort in Frieden, wenn er auch stets in Gedanken erwog, wie er sein Vorhaben ausführen könne. Nach der Dagor Aglareb nun kehrte die Unruhe wieder, die ihm Ulmo ins Herz getan, und er rief viele der kühnsten und geschicktesten unter seinen Leuten zusammen und führte sie heimlich in das versteckte Tal; und dort begannen sie die Stadt zu bauen, wie Turgon sie sich gedacht hatte. Und ringsumher stellten sie Wachen auf, damit niemand von draußen sie bei der Arbeit überraschen könnte, und die Kraft Ulmos, die im Sirion floß, beschützte sie. Turgon aber blieb weiterhin zumeist in Nevrast, bis die Stadt nach zweiundfünfzig Jahren geheimen Mühens endlich fertig war. Es heißt, Turgon habe sie in der Sprache der Elben von Valinor Ondolinde genannt, den Felsen der Wassermusik, denn auf dem Hügel entsprangen Quellen; in der Sprache der Sindar aber änderte sich der Name und wurde zu Gondolin, der Verborgene Felsen. Nun schickte Turgon sich an, aus Nevrast fortzuziehen und seine Hallen am Meer in Vinyamar zu verlassen; und dort kam noch einmal Ulmo und sprach zu ihm. Und er sagte: »Endlich nun wirst du
nach Gondolin gehen, Turgon, und ich will meine Kraft im Tal des Sirion lassen und in allen Wassern darinnen, so daß keiner deinem Wege folgen soll, noch soll einer den versteckten Eingang finden wider deinen Willen. Am längsten von allen Reichen der Eldalië soll Gondolin gegen Melkor standhalten. Doch vertraue nicht zu fest auf deiner Hände Werk und deines Herzens Pläne; und dessen sei eingedenk, daß die wahre Hoffnung der Noldor im Westen liegt und vom Meere kommt.« Und Ulmo warnte Turgon, daß auch er Mandos' Spruch unterliege, den Ulmo nicht aufzuheben vermochte. »So mag es geschehen«, sagte er, »daß der Fluch der Noldor vor dem Ende auch dich ereilt und Verrat in deinen
Mauern erwacht. Dann werden sie in Feuersgefahr sein. Doch wenn diese Gefahr dir naherückt, dann wird von hier, aus Nevrast, einer kommen, dich zu warnen, und Hoffnung für Elben und Menschen wird er aus Brand und Trümmern retten. Laß daher Waffen und ein Schwert in diesem Hause, daß er sie in künftigen Jahren finden möge, und daran sollst du ihn erkennen und nicht betrogen sein.« Und Ulmo erklärte Turgon, von welcher Art und Größe Helm und Panzer und Schwert sein
sollten, die er zurückließ. Dann kehrte Ulmo ins Meer zurück, und Turgon schickte all sein Volk aus, den dritten Teil aller Noldor aus Fingolfins Gefolge und eine noch größere Menge der Sindar; und sie zogen davon, heimlich und zu wenigen, unter den Schatten der Ered Wethrin hindurch, und kamen ungesehen nach Gondolin, und niemand wußte, wohin sie gegangen. Und als letzter machte Turgon sich auf und zog mit den Seinen in aller Stille durch die Hügel, durchschritt die Tore in den Bergen, und hinter ihm wurden sie verschlossen. Viele lange Jahre hindurch kam hernach niemand mehr hinein, bis auf Húrin und Huor; und Turgons Volk kam nie wieder hervor, bis zum Jahr des Jammers, dreihundertundfünfzig und mehr Jahre später. Hinter dem Ring der Berge aber wuchs und gedieh das Volk, und sie übten ihre Kunstfertigkeit in unermüdlicher Arbeit, so daß Gondolin auf dem Amon Gwareth eine herrliche Stadt wurde, würdig, daß man es selbst mit Tirion
jenseits des Meeres verglich. Hoch und weiß waren seine Mauern und glatt die Stufen auf den Treppen, und hoch und stark war der Turm des Königs. In schimmernden Brunnen spielte das Wasser, und in Turgons Gärten standen Bilder der Bäume von einst, die Turgon selbst mit Elbenkunst geschaffen; und der Baum, den er aus Gold geschmiedet hatte, wurde Glingal geheißen, und der Baum, dessen Blüten er aus Silber machte, hieß Belthil. Schöner aber als alle Wunder von Gondolin war Idril, Turgons Tochter, die man auch Celebrindal, den Silberfuß, nannte, und ihr Haar war wie Laurelins Gold, ehe Melkor kam. So lebte Turgon lange im Glück; Nevrast aber war verlassen und blieb leer bis zum Untergang von Beleriand.
Während so insgeheim Gondolin erbaut wurde, war Finrod Felagund in den tiefen Kammern von Nargothrond geschäftig; seine Schwester Galadriel aber, wie berichtet worden, blieb in Thingols Reich in Doriath. Und zuweilen sprach Melian mit Galadriel von Valinor und dem Glück von einst; doch über die finstere Stunde hinaus, da die Bäume gestorben waren, mochte Galadriel nichts sagen, sondern fiel stets in Schweigen. Und einmal sagte Melian: »Irgendein Weh liegt auf dir und deinem Volke. Dies kann ich in dir sehen, doch alles weitere ist mir verborgen; denn kein Gesicht oder Gedanke zeigt mir, was sich im Westen zuträgt oder zugetragen hat: Ein Schatten liegt über dem ganzen Land von Aman und reicht weit übers Meer hinaus. Warum willst du mir nicht
mehr sagen?« »Dies Weh ist vergangen«, sagte Galadriel, »und ich würde zunichte machen, was hier noch bleibt an Freude, ungetrübt von Erinnerung. Und vielleicht steht noch genug Weh bevor, obwohl die Hoffnung hell scheinen mag.« Da sah ihr Melian in die Augen und sagte: »Ich glaube nicht, daß die Noldor als Boten der Valar gekommen sind, wie es anfangs hieß – nicht, obwohl sie gerade in
der Stunde unserer Not kamen. Denn nie sprechen sie von den Valar, noch haben ihre hohen Herrn Thingol Botschaften überbracht, weder von Manwe noch von Ulmo, noch auch nur von Olwe, Thingols Bruder, und von seinem Volk, das übers Meer gezogen. Aus welchem Grunde, Galadriel, wurden die Edlen der Noldor als Flüchtlinge aus Aman vertrieben? Oder welches Unheil liegt auf Feanors Söhnen, daß sie so hochfahrend und grimmig sind? Komme ich nicht der Wahrheit nahe?« »Nahe«, sagte Galadriel, »doch wurden wir nicht vertrieben, sondern kamen aus eignem Willen und gegen den Willen der Valar. Und durch große Gefahr und den
Valar zum Trotz sind wir zu diesem Zwecke gekommen: Rache zu nehmen an Morgoth und zurückzugewinnen, was er gestohlen.«
Dann sprach Galadriel zu Melian von den Silmaril und davon, wie König Finwe in Formenos erschlagen wurde; noch immer aber sagte sie kein Wort von dem Eid, von dem Sippenmord oder der Verbrennung der Schiffe bei Losgar. Melian aber sagte: »Viel sagst du mir jetzt, und mehr noch kann ich sehen. Dunkel breitest du über den langen Weg von Tirion, doch ich sehe Unheil dort, von dem Thingol erfahren sollte.« »Vielleicht«, sagte Galadriel. »Doch nicht von mir.« Und Melian sprach mit Galadriel nicht mehr von diesen Dingen; König Thingol aber berichtete sie alles, was sie über die Silmaril erfahren hatte. »Dies sind große Dinge«, sagte sie, »größer noch, als die Noldor selbst es begreifen; denn das Licht von Aman und das Schicksal von Arda liegen nun in diesen Steinen verschlossen, dem Werk Feanors, welcher dahin ist. Nicht durch die Macht der Eldar werden sie zurückgewonnen werden, das sage ich voraus; und die Welt wird bersten in den Schlachten, die kommen werden, ehe man sie Morgoth entreißt. Sieh nun, Feanor haben sie den Tod gebracht und manchem andren, wie ich errate; der erste aber von allen, die um ihretwillen gestorben sind und noch sterben werden, war Finwe, dein Freund. Morgoth hat ihn erschlagen, ehe er
aus Aman floh.« Da war Thingol stumm, voll Kummer und Vorahnung, zuletzt aber sagte er: »Nun freilich verstehe ich, wonach ich mich oft gefragt, warum die Noldor aus dem Westen gekommen. Nicht zu unserer Hilfe sind sie gekommen (es sei denn aus Zufall); denn jene, die in Mittelerde wohnen, überlassen die Valar ihrem eigenen Schicksal, bis in die äußerste Not. Zur Rache sind sie hier und zum Rückgewinn dessen, was sie verloren. Doch um so treuer nur werden sie als Bundesgenossen gegen Morgoth sein, mit dem sie, wie nun anzunehmen, niemals Frieden schließen werden.« Melian aber sagte: »Gewiß, aus diesen Gründen sind sie gekommen, doch aus andren ebenso. Nimm dich in acht vor Feanors Söhnen! Der Schatten des Zorns der Valar lastet auf ihnen, und sie haben Schlimmes getan, ich seh' es, in Aman wie auch gegen ihr eigenes Volk. Ein Zwist, den man nur in Schlaf gewiegt hat, liegt zwischen den Prinzen der Noldor.« Und Thingol antwortete: »Was bedeutet das für mich? Von Feanor weiß ich nur aus Berichten, nach denen er fürwahr ein Großer gewesen ist. Von seinen Söhnen höre ich nicht viel, das mir behagte, doch werden sie gewiß die bittersten Feinde unsres Feindes sein.«»Zwei Schneiden werden ihre Schwerter haben und ihre Ratschlüsse«, sagte Melian, und dann sprach sie nicht mehr davon.
Nicht lange darauf begann man unter den Sindar zu flüstern, was die Noldor getan, ehe sie nach Beleriand kamen. Gewiß ist, woher diese Gerüchte stammten, und die schlimme Wahrheit darin war durch Lügen verschlimmert und vergiftet. Die Sindar aber waren noch arglos geneigt, Worten zu glauben, und Morgoth (wie man sich wohl denken kann) erkor sie zum ersten Ziel seiner Tücke, denn sie kannten ihn noch nicht. Und Círdan, als er diese dunklen Geschichten vernahm, war besorgt; denn er war klug und erkannte gleich, daß sie, ob wahr oder falsch, zu dieser Zeit nur aus Tücke ausgestreut sein konnten; doch meinte er, von den Prinzen der Noldor gehe die Tücke aus und von der
Eifersucht zwischen ihren Häusern. Er sandte Boten zu Thingol, um ihm alles zu berichten, was er gehört. Es traf sich, daß zu der Zeit Finarfins Söhne wieder bei Thingol zu Gast waren, denn sie wollten ihre Schwester Galadriel sehen. Da sprach Thingol tief bewegt und im Zorn zu Finrod: »Übel hast du an mir gehandelt, Anverwandter, so großes Übel vor mir zu verbergen. Denn jetzt habe ich von allen Untaten der Noldor
erfahren.« Finrod aber antwortete: »Was habe ich dir Übles getan, Herr? Oder was haben die Noldor in deinem ganzen Reiche Übles getan, das dich kränkt? Weder gegen dich, den König, noch gegen einen aus deinem Volk haben sie Übles getan oder gedacht.«
»Ich staune über dich, Earwens Sohn«, sagte Thingol. »Kommst du zur Tafel deines Oheims mit blutigen Händen vom Mord am Stamm deiner Mutter und sagst doch nichts zu deiner Verteidigung, noch suchst du Vergebung?«
Da war Finrod tief betroffen, doch er blieb stumm, denn er konnte sich nicht verteidigen, ohne die andren Prinzen der Noldor anzuklagen; und das mochte er vor Thingol nicht tun. Doch in Angrods Herzen stieg bitter die Erinnerung an Caranthirs Worte auf, und er rief: »Herr, ich weiß nicht, was für Lügen du vernommen hast, noch von wo sie kommen; doch haben wir keine blutigen Hände. Schuldlos sind wir gekommen, es sei denn schuldig des Wahns, daß wir auf die Worte des grimmigen Feanor gehört und berauscht waren wie vom Weine, doch ebenso kurz auch. Kein Übel haben wir auf unserm Wege getan, sondern selber großes Unrecht erlitten und es verziehen. Und dafür beschimpft man uns
noch, wir trügen dir Geschichten zu und verrieten die Noldor: Zu Unrecht, wie du weißt, denn aus Treue sind wir vor dir still geblieben und haben deinen Zorn erregt.
Doch diese Vorwürfe nun sind nicht länger zu ertragen, und die Wahrheit sollst du wissen.« Dann sprach Angrod erbittert gegen Feanors Söhne und erzählte von dem Blutvergießen in Alqualonde, von Mandos' Spruch und der Verbrennung der Schiffe bei Losgar. Und er rief aus: »Womit sollen wir, die wir über das Malm-Eis gekommen sind, die Beschimpfung als Sippenmörder und Verräter verdient haben?« »Doch liegt Mandos' Schatten auch auf euch«, sagte Melian. Thingol aber blieb lange stumm, ehe er sprach. »Geht nun!« sagte er. »Denn das Herz ist mir heiß. Später möget ihr wiederkommen, wenn ihr wollt, denn
ich will euch, meinen Neffen, nicht auf ewig die Tür verschließen, die ihr in Unrecht verstrickt wart, das ihr nicht gewollt. Auch mit Fingolfin und seinem Volk will ich Freundschaft halten, denn soweit sie Schuld tragen, haben sie bitter gebüßt. Und vergessen sei unser Zwist im Haß auf die Macht, die all dies Unheil gestiftet. Doch höret mich an! Niemals wieder klinge mir die Sprache jener in den Ohren, die mein Volk in Alqualonde erschlugen! Und in meinem ganzen Reich soll sie nicht mehr laut werden, solange meine Herrschaft dauert. Alle Sindar sollen auf mein Gebot hören, in der Sprache der Noldor weder mehr zu sprechen noch auf sie zu antworten. Und alle, die sie gebrauchen, sollen als reuelose Mörder und Verräter von Blutsverwandten gelten.«
Da schieden Finarfins Söhne schweren Herzens aus Menegroth, erkannten sie doch, daß Mandos' Worten immer von neuem Wahrheit zuwuchs und daß keiner der Noldor, die Feanor gefolgt waren, dem Schatten entgehen könnte, der auf seinem Hause lag. Und es geschah, wie Thingol gesagt hatte, denn die Sindar hörten auf ihn und weigerten sich fortan in ganz Beleriand, die Noldorsprache zu sprechen, und wer sie dennoch laut gebrauchte, wurde gemieden; die Verbannten aber nahmen für alle täglichen Belange das Sindarin an, und
die Hochsprache des Westens sprachen nur mehr die Fürsten der Noldor, wenn sie unter sich waren. Doch lebte ihre Sprache fort als eine Sprache der Wissenschaft, wo immer noch einer aus ihrem Volk lebte. Nun begab es sich, als Nargothrond fertig war (während Turgon noch in den Hallen von Vinyamar wohnte), daß Finarfins Söhne sich dort zu einem Fest versammelten; und Galadriel kam aus Doriath und blieb
eine Weile. König Finrod Felagund hatte kein Weib, und Galadriel fragte ihn, warum dies so sei; doch als sie sprach, kam Vorwissen über Felagund, und er sagte: »Einen Eid werde auch ich schwören, und frei muß ich sein, ihn zu erfüllen und ins Dunkel zu treten. Nichts wird dauern von meinem Reich, was ein Sohn erben könnte.«
Doch es heißt, erst von jener Stunde an hätte so kalter Sinn ihn geleitet; denn die er geliebt hatte, war Amarie von den Vanyar, und die war nicht mit ihm in die Verbannung gegangen.

Beitrag 19.08.2007 10:05   Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden ICQ-Nummer
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